Eisenüberschuss: Ist zu viel Eisen im Blut gefährlich?

Zu viel Eisen im Blut vom Körper kann entweder genetisch bedingt, oder auf falsche Ernährung zurückzuführen sein. Das medizinische Fachwort für Eisenüberschuss ist Hämochromatose. Eisenüberschuss sollte auf jedem Fall behandelt werden, da eine Überkonzentration des wichtigen Spurenelements. Diese Eisenspeicherkrankheit hat negative Folgen für die Gesundheit. Sehr eisenreiche Nahrungsmittel wie Fleisch oder Innereien, z.B. Leber, aber auch eisenreiches Gemüse wie Spinat sollte bei Hämochromatose gemieden werden. Durch eine angepasste Ernährung kann bereits viel erreicht werden. Ernst wird es nun, wenn dieser Überschuss zu Diabetes führen kann. Deshalb erfahren sie nun mehr über die Behandlung der Eisenspeicherkrankheit.

Was bei Eisenüberschuss passiert

Eisen ist generell eines der wichtigsten Spurenelemente, welches dem Körper über die Nahrung zugeführt werden muss, da er dies nicht selbst produzieren kann. Eisen ist ein wesentlicher Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und ist für die Sauerstoffversorgung des Blutes zuständig. Alter und Geschlecht bestimmen den Normalwert von Eisen im Blut. Die Eisenwerte bei Frauen sollten zwischen 4 μmol/l und 30 μmol/l und bei Männern etwa zwischen 6 μmol/l und 30 μmol/l liegen. Besonders die Eisenwerte bei Frauen spielen eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft.

Wenn sich zu viel Eisen im Blut befindet, kann dies gefährlich werden, da sich das überschüssige Eisen in den Organen ablagert. Dies wird im späteren Verlauf einer Behandlung nun wieder vom Organismus entfernt. Laut Angaben der Landesärztekammer Baden-Württemberg, können daraus oft Gewebeschäden und Vergiftungserscheinungen in Leber, Bauchspeicheldrüse, Herz, Hirnanhangdrüse oder den Gelenken resultieren.

Zu viel Eisen äußert sich durch folgende Symptome

Befindet sich zu viel Eisen im Körper, reagiert dieser oft mit unterschiedlichen Schmerzen. Diese können sich als Bauchkrämpfe, Gelenkschmerzen oder durch Stechen in der Brust äußern. Sollten diese Symptome auftreten, ist es ratsam, den Eisenwert, durch einen Bluttest, bei einem Arzt messen zu lassen.

Dr. Karl-Anton Kreuzer von der Uniklinik Köln erläutert den Eisenüberschuss (Hämochromatose), wie folgt: „Eisenüberladung beschreibt den Zustand, bei dem sich überschüssiges Eisen in wichtigen Körperorganen ablagert. Das sind typischerweise die Leber, das Herz, aber auch viele Drüsen, wie zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse. Und diese Organe können langfristig in ihrer Funktion eingeschränkt werden durch diese Eisenspeicherkrankheit“. Die möglichen Spätfolgen können verheerend sein, unter anderem, schwere Erkrankungen wie Leberzirrhose, Diabetes, Herzschwäche oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Symptome bei zu viel Eisen im Blut

Symptome bei zu viel Eisen im Blut

 

Ursachen und Risiken

Zu viel Eisen im Blut, kann unterschiedliche Ursachen haben, in den meisten Fällen jedoch, kommt sie von der erblich bedingten Hämochromatose. Durch die Mutation des HFE-Gens, welches die Eisenaufnahme aus der Nahrung steuert, wird die Stoffwechselerkrankung hervorgerufen. Bei der Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit), wird vom Körper mehr Eisen aus der Nahrung gezogen, als er benötigt und verwerten kann. Daher sammelt sich überschüssiges Eisen im Körper an, dies kann unbehandelt, zu einer Erhöhung des Eisenwertes im Blut führen.

Andere diverse Faktoren, können die sogenannte Sekundäre Hämochromatose, eine erworbene Eisenüberladung verursachen. Diese tritt meistens nach häufigen Bluttransfusionen auf. Durch eisenhaltige Lebensmittel – vor allem Fleisch, aber auch Vollkorn-Produkten oder Nüssen – kann das Risiko einer Eisenüberladung begünstigen. Es treten lange Zeit keine schwerwiegenden Beschwerden auf, jedoch ist es umso schwieriger, die Spätfolgen zu bekämpfen. Deshalb ist das Finden der Ursache am wichtigsten.

Prävention und Therapie

Man sollte bei Eisenmangel auf eine ausgewogene Ernährung bei eisenhaltige Lebensmittel achten, um das Risiko eines Eisenüberschusses im Blut zu minimieren. Der Körper benötigt zwar unbedingt die Zufuhr von Eisen, jedoch muss dies in einem ausgewogenen Verhältnis sein. So haben beispielsweise tierische Lebensmittel, einen sehr hohen Eisenanteil. Ist der Eisenwert im But erhöht, wird in der Regel eine engmaschige Laborkontrolle vorgenommen. Wenn ein Eisenüberschuss, die sogenannte Hämochromatose, diagnostiziert wird, kann Aderlass, Abhilfe schaffen. Aderlass ist die am häufigsten angewandte, Behandlungsmethode. So können Krankheiten erst gar nicht entstehen. Durch einen regelmäßigen Besuch und eine Diagnose beim Arzt sollten die Blutwerte auf diese Anzeichen untersucht werden, sodass einer Erkrankung vorgebeugt werden kann.

Bei dieser Behandlung wird in regelmäßigen Abständen solange Blut vom Körper entnommen, bis sich der Eisenhaushalt normalisiert hat. Bestenfalls gelingt dies bereits nach einigen Wochen oder Monaten, kann aber auch ein Jahr oder länger dauern. Ist der Eisenwert im Blut wieder ausgeglichen, muss der Aderlass nur noch zwei bis viermal jährlich wiederholt werden. Es können auch Medikamente (z.B. Ferritin) zur Normalisierung des Wertes eingesetzt werden, dies geschieht jedoch nur selten, da der Aderlass einfacher und genauso effektiv ist.

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